Sonia Horn – Von den Orten des Denkens und Fühlens

Der „Fasciculus Medicinae“ ist eine medizinischer Text, der im Spätmittelalter wahrscheinlich in Wien entstand und aufgrund seiner anatomischen Darstellungen in der Fachwelt sehr bekannt ist. Der Text war sehr weit verbreitet und wurde in zahlreichen Ausgaben auch gedruckt. Gewissermaßen als Unikat enthält ein Manuskript dieses Textes eine Darstellung der Lokalisation der Gehirnfunktionen, der Sinne einerseits, aber auch der Wahrnehmung und des Denkens und Fühlens. Auch Emotionen wie Zorn oder das verunftgeleitete Denken finden in dieser Darstellung einen Ort im Gehirn. Interessanter Weise sind diese Zuordnungen jenen, die heute durch die medizinische Forschung gefunden oder vermutet werden sehr ähnlich.

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