Markus Oppenauer – Anatomie um 1800 – auch eine „Nervensache“

„Es sind aber die Nerven (nervi) Fortsetzungen des Gehirns in Gestalt weisser Schnuere, welche den übrigen Theilen des Körpers, in denen sie sich ausbreiten, Empfindungen und Lebenskraft mittheilen.“ (Rudolph Aloys Vetter, 1789

Anatomisch-pathologische Sammlungen und Museen waren in der Medizin um 1800 Schlüsselfelder wissenschaftlicher Aktivität und Kooperation. Die Arbeit mit Präparaten berücksichtigte alle Teile des menschlichen und tierischen Organismus – so auch die Nerven. Neben der Humananatomie versuchte die Tieranatomie möglichst viele Präparate zu sammeln und sie in der universitären Lehre und Forschung einzusetzen. Konkrete Beispiele sollen zeigen, wie das Thema „Nerven“ in der Medizin des späten 18. Jahrhunderts definiert und diskutiert wurde. Dazu werden Akteure, Präparate, Definitionen, Publikationen und Sichtweisen vorgestellt. Im Wiener Allgemeinen Krankenhaus führte ein ambitioniertes Projekt zu einer der bedeutendsten medizinischen Sammlungen jener Zeit. Hier und in anderen europäischen Institutionen entstanden an der Wende zum 19. Jahrhundert zahlreiche und einmalige Beiträge zur Anatomie der Nerven.

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